Clicker Training / Klickertraining für Tiere

| óÔÔò | ˁ˚ᴥ˚ˀ | 龴ↀ◡ↀ龴 | (⌒▽⌒)  | Das Clickertraining (oder auch Klickertraining geschrieben) ist eine sehr beliebte und zugleich wirkungsvolle Trainingsform, um einem Tier gewisse grundlegende Verhaltensweisen beizubringen oder auch spezielle kleine Kunststücke. Clicker-Training

Dabei wird versucht dem Tier mit Hilfe eines Geräusches – dem Clickern – ein bestimmtes Verhalten anzutrainieren, indem das gewünschte Verhalten des Tieres durch das Klick-Geräusch verstärkt wird.

Das Clickertraining basiert auf dem Prinzip der Belohnung und wird von dem Klick-Geräusch geleitet bzw. bestimmt. Das übliche Fuchteln mit den Händen, die lauter werdende Stimme oder andere altbekannte Maßnahmen sind daher überflüssig.

Am meisten bekannt ist das Clickern sicherlich im Bereich des Hundetrainings, doch auch viele andere Tiere können mit dieser Methode trainiert werden. So wurden bereits zahlreiche Erfolge bei Katzen, Ratten, Vögel oder auch Delphinen erzielt.

Den Tieren können mit dem Clickertraining nicht nur neue Verhaltensweisen antrainiert werden, sondern auch bestehende Problemverhalten abtrainiert werden. So eignet sich diese Trainingsart besonders, wenn man dem Tier gewisse notwenige Prozesse erleichtern will. Wenn das Tier zum Beispiel eine große Angst vor der Transport-Box für den Tierarzt entwickelt hat, kann es mithilfe des Clickertrainings die Angst davor verlernen.
Somit kann nicht nur dem Tier, der Gang zum Tierarzt, der durchaus von großer Bedeutung ist, erleichtert werden, sondern auch dem Menschen.

An dieser Stelle ist zu betonen, dass auch das äußerst effektive Clickertraining seine Grenzen hat. Man kann nicht jedem Tier alles beibringen. Tiere bleiben Tiere und haben gewisse Instinkte, die nicht abtrainiert werden können.
Weiterhin hat jedes Tier, egal ob groß oder klein, seine individuelle Lernkurve und seine persönlichen Grenzen.
Auch wir Menschen lernen nicht gleich und können nicht alles gleich gut. So lernt das eine Tier schneller als das andere und das nächste tut sich mit einem kleinen Kunststück schon besonders schwer.

Wie bei jedem Tiertraining ist auch bei der Clickermethode wichtig individuell auf das Tier einzugehen und sich an dem Tier zu orientieren und nicht zu verlangen, dass das Tier sich nach dem Lernplan des Menschen richtet.

Für Anfänger geeignet

Für das Clickertraining ist keine vorherige Ausbildung nötig. Es ist also nicht notwendig extra einen teuren Tiertrainier zu engagieren und zu bezahlen. Das einzige was man für das Clickertraining benötigt sind zwei einfache Sachen – einen Clicker und eine Belohnung wie die Lieblingsleckerlies des Tieres.

Trotzdem ist es natürlich möglich sich professionelle Unterstützung zu holen, wenn man sich beim Training mit dem eigenen Tier unsicher ist. In vielen Städten werden bereits Clickertraining-Kurse für zahlreiche Tierarten angeboten. Das ist vor allem hilfreich, um das Training nicht zu vernachlässigen und regelmäßig zu üben. Wenn feste Kurs-Termine vereinbart und vor allem bezahlt sind, sind die meisten Menschen motovierter das Training mit ihrem Tier in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Das erleichtert dem Tier das Erlernen der gewünschten Verhaltensweisen und wird auch dem Menschen ein besseres Gefühl geben, wenn erste Resultate zu erkennen sind.

Wenn jedoch eine massive Verhaltensstörung abtrainiert werden soll, empfiehlt es sich immer einen Profi zu konsultieren, der einem bei dem Clickertraining unterstützend zur Seite steht und wertvolle Tipps geben kann.

Egal ob in einem speziellen Kurs oder allein zu Hause bzw. im Park, wichtig ist, dass gewisse Grundprinzipien beim Clickertraining eingehalten werden. Ein besonders wichtiger Punkt ist dabei das Timing – der Zeitraum zwischen dem Verhalten des Tieres, welches bestärkt werden soll und dem Clickern.

Warum, weshalb und wieso das so wichtig ist, erfahren Sie später in diesem Beitrag. Zuerst hier einmal noch ein paar Worte zum dem Werkzeug an sich, dem das Training seinem Namen verdankt: dem Clicker.

Der Clicker

Der Clicker, sozusagen das Instrument, ist ein kleines handliches Gerät mit einem Knopf oder einer Art Lasche aus Metall, welche durch Betätigung das Klick-Geräusch auslöst. Viele kennen dieses kleine Hilfsmittel sicherlich auch unter dem Namen „Knack- oder Knallfrosch“.

Die Clicker sind mittlerweile in vielen unterschiedlichen Formen und Farben im Tierhandel oder in den meisten Online-Shops erhältlich und kosten in der Regel nur 3 bis 6 Euro. Teurere Modelle gibt es natürlich immer. Wer Wert auf bestimmte Halterungsfunktionen legt, weil er Angst hat diesen sonst zu verlieren oder wer eine ganz ausgefallene Farbe oder Form wünscht, kann auch bis zu 20 Euro für den Clicker ausgeben. Meist reichen jedoch die einfachen Modelle aus, da nur das Klick-Geräusch an sich für das Training von Bedeutung ist.

Die Methode des Clickertrainings hat zwar ihren Namen von dem Klick-Geräusch des kleinen Knallfrosches, ist aber nicht zwangsläufig daran gebunden. Das Training funktioniert auch mit einem anderen Geräusch. Wichtig ist nur, dass es ein ausdrucksvolles und kurzes Geräusch ist, das nicht alltäglich benutzt wird. Ein Pfeifton eignet sich also auch für das Clickertraining.

Der große Vorteil des Clickers ist allerdings, dass das Geräusch sich für das Tier immer gleich anhört, sowohl in der Länge des Geräusches als auch vom Klang her. So ist es für das Tier leichter das Clickern wiederzuerkennen und es zu deuten.

Die Konditionierung des Clickerns – Das richtige Timing

Woher weiß das Tier eigentlich, was das Clickern bedeutet? Natürlich weiß es das nicht von Natur aus. Zu Beginn des Clickertrainings muss das Tier zuerst einmal lernen, das Clickern zu deuten und vor allem muss es lernen, es mit etwas Positivem zu verbinden. Dafür eignen sich natürlich, wie sollte es auch anders sein, die Lieblingsleckerlies des Tieres. Genauso gut kann aber auch das Lieblingsspielzeug verwendet werden. Wichtig ist, dass es etwas ist an dem das Tier Freude hat und das für die Arbeit beim Training belohnt.

Der Mensch muss diese Leckerlies bzw. die Belohnung unmittelbar zur Hand haben, denn wenn er auf seinen Clicker drückt, muss das Tier sofort darauf die Belohnung erhalten bzw. ein Leckerchen bekommen. Das Grundprinzip dieser Konditionierungsphase ist also: Clickern, Leckerli – clickern, Leckerli – clickern, Leckerli und immer so weiter. Das ganze sollte mehrmals hintereinander wiederholt werden und am besten am nächsten Tag gleich nochmal wiederholt werden. Dann hat das Tier gelernt, das Clickern mit einer Belohnung zu verbinden.

Dies ist sozusagen die Vorbereitung für das eigentliche Verhaltenstraining. Anschließend muss darauf geachtet werden sofort zu clickern, wenn das Tier das gewünschte Verhalten ausübt. Hierbei bedeutet sofort auch SOFORT. Grundsätzlich gilt, dass mit dem Clickern nicht länger als ein bis maximal zwei Sekunden gewartet wird und es darf vor allem niemals ohne Grund geklickert werden. Denn sonst kann das Tier das Klick-Geräusch nicht mehr zuordnen und auch nicht mehr mit der Belohnung in Verbindung bringen. Das Clickern kann dann als Trainingsmethode nicht mehr wirkungsvoll eingesetzt werden.

Die ersten Trainingseinheiten mit dem Clicker

Je nach Tierart und –charakter ist beim Clickertraining mehr oder weniger Geduld und Einsatz gefragt. So wird man beispielsweise manche Tiere schneller dazu bringen das gewünschte Verhalten oder Kunststück auszuüben als andere, um dann den Clicker zum Einsatz zu bringen und dem Tier somit in seinem Verhalten zu bestärken. Dies gilt besonders beim Abtrainieren von bestimmten, bereits verinnerlichten Verhaltensmustern.

Wenn ein spezielles Verhalten eines Tieres mit dem Clickertraining erlernt bzw. bestärkt werden soll, kann also entweder abgewartet werden bis das Tier dieses Verhalten zufällig macht oder man versucht das Tier aktiv zu der gewünschten Handlung zu bewegen.

Bei der erstgenannten Methode muss der Mensch aufmerksam sein und den richtigen Moment genau abpassen, in dem das Tier sich wie gewünscht verhält, um dann auch sofort danach clickern zu können. Es bringt beispielsweise nichts, wenn der Mensch den Clicker erst noch holen muss und bereits mehrere Sekunden vergehen, bevor geclickert werden kann. Dann sollte auch nicht mehr geclickert werden. Das ist besonders wichtig.

Egal ob ein Tier ein bestimmtes Verhalten neu erlernen soll oder ein vorhandenes Verhalten verlernt werden soll, wichtig ist beim Clickertraining, dass das Tier nicht überfordert wird. So reichen bei den meisten Tieren bereits einige Minuten Training am Tag aus, zum Beispiel zwei bis drei mal 5 bis 10 Minuten pro Tag. Die meisten Tiere sind nach diesen Trainingseinheiten sehr müde. Der Mensch muss daher unbedingt darauf achten, dass das Tier auf keinen Fall überanstrengt wird, denn wie bei uns Menschen lassen das Lernvermögen und die Konzentration irgendwann nach. Bei Tieren setzt es zeitlich nur etwas frühe rein.

Das Clickertraining an sich ist also gar nicht aufwendig, denn es benötigt nur einige Minuten am Tag und es bringt Mensch und Tier viel Freude. Wichtig ist sich über die jeweilige Tierart, die man trainieren will gut zu informieren und das Tier selbst aufmerksam beim Training zu beobachten, um die optimale Trainingszeit zu bestimmen. Das Clickertraining kann natürlich sowohl drinnen, in den eigenen vier Wänden bzw. im Käfig, in der Box, als auch draußen im Park oder im Wald durchgeführt werden.

Doch keine Angst, das Einsetzten des Clickerns als Trainingsmethode bedeutet nicht, dass das Tier davon abhängig ist und nur noch damit gehorcht. Es dient lediglich zur Unterstützung und als Hilfsmittel für das Training.

Signaleinführung und Generalisierung

Irgendwann wird das Clickern dann mit einem ganz bestimmten Signal erweitert. Das kann ein Kommando wie „Sitz!“ sein oder auch nur ein gewisses Handzeichen. Der Zeitpunkt an dem dieses Signal eingeführt werden sollte, wird mehr oder weniger von dem Tier selbst bestimmt.

Durch das Clickertraining lernt das Tier, dass es belohnt wird, wenn es eine bestimmte Handlung ausübt und wird diese Handlung dann irgendwann von selbst vor Ihnen ausführen. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um das Clickern mit einem Kommando oder Handzeichen zu erweitern. Hierbei ist es besonders wichtig nicht zu ungeduldig mit dem Tier zu sein. Erwarten Sie nicht, dass das Tier diesen Zusammenhang sofort nachvollziehen kann.

Üben Sie am besten an einem möglichst neutralen Ort, an dem das Tier nicht so schnell abgelenkt wird. Bei dieser Trainingseinheit sollt das Tier dann lernen das Verhalten mit dem Kommando zu verknüpfen. Wird das richtige Verhalten zu dem gewählten Kommando bzw. Handzeichen ausgeführt, kann geclickert werden und das Tier belohnt werden. Und wenn dieser Schnitt zu dem jeweiligen Zeitpunkt noch nicht funktioniert, gibt es keinen Grund zur Sorge. Jedes Tier lernt anders.

Beim Clickertraining darf man ruhig auch mal einen Schritt zurück fallen. Wichtig ist nur, dass man am Ball bleibt ohne das Tier zu überlasten. Die Signaleinführung kann im Trainingsplan ruhig nach hinten verschoben werden, wenn es zu Beginn noch nicht klappt. Es muss aber immer darauf geachtet werden, dass ein Kommando oder Handzeichen auch nur für ein bestimmtes Verhalten eingesetzt wird, sonst wird das Tier durcheinander kommen und kann die Kommandos nicht mehr richtig zuordnen.

Lernen Sie Ihr Tier zu deuten

Wenn Sie mit dem Clickertraining beginnen wollen und ihr Tier erziehen, trainieren oder ihm kleine Kunststücke beibringen wollen, informieren Sie sich bitte vorab genau, was speziell bei dem Clickertraining mit dieser Tierart zu beachten ist. Egal ob Pferd, Ratte, Vogel, Hund, Katze oder ein anderes Tier, jede Tierart ist anders und vor allem kein Tier wie das andere. Wie wir Menschen hat jedes seine Eigenarten und seinen eigenen Charakter.

Und sollten Sie nicht bereits schon Experte in dem Deuten des Verhaltens Ihres Lieblings sein, machen Sie sich bewusst, dass es beim Tiertraining jeglicher Art immer von großer Bedeutung ist, auf das Tier einzugehen und zu merken, wann es erschöpft ist.

Viele Haustierbesitzer haben die Erfahrung gemacht, dass das Clickertraining die Verbindung zu ihrem Tier noch weiter gestärkt hat. Es ist also nicht nur eine gute Methode, um Ihrem Tier gewisse Tricks beizubringen, sondern auch, um eine noch tiefere Beziehung zu Ihrem Tier aufzubauen. Das Tier wird durch das Clickertraining ein noch größeres Vertrauen zu Ihnen aufbauen.

Hier nochmal die wichtigsten Punkte und Vorteile des Clickertraining mit Tieren kurz und knapp zusammengefasst:

Vorteile des Clickertrainings

  • kostengünstig
  • geringer Zeitaufwand
  • funktioniert bei (fast) allen Tieren
  • hilft Tieren Tricks zu erlernen
  • kann Problemverhalten entgegenwirken
  • stärkt die Beziehung zwischen Mensch und Tier

Wichtig beim Clickertraining mit Tieren

  • das richtige Timing beim Clickern
  • immer Geduld bewahren
  • das Tier nicht überfordern

 

 

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